Prof. Dr. Uwe Schneidewind

Schumpeter School of Business and Economics

Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit

Sustainable Transition Management

Seiteninhalt

Transformationsforschung allgemein

Ansprechpartner(innen): Dr. Karoline Augenstein (Transformationsforschung allgemein), Alexandra Palzkill (Suffizienzstrategien), Hans Haake (Alternative Wohlstandsmaße)

Moderne Industriegesellschaften befinden sich am Beginn des 21. Jahrhunderts im Umbruch. Die bisherigen Stabilisierungsmechanismen einer "expansiven Moderne" (Welzer) geraten ökologisch, ökonomisch und sozial zunehmend an Grenzen. Gesucht sind daher Transformations- und Entwicklungspfade moderner Gesellschaften unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Stabilitätsbedingungen.

Diese Transformationsprozesse zeichnen sich durch unterschiedliche Charakteristika aus:

  • Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen werden zunehmend durch "Suffizienzstrategien" ergänzt.
  • An die Seite technologischer Innovationsstrategien treten soziale und Systeminnovationen.

Die Forschung der Professur "Sustainable Transition Management" konzentriert sich auf die Rückwirkungen der dieser Transformationsprozesse auf Branchen und Wertschöpfungsketten, auf die Entwicklung in Städten und auf das Wissenschaftssystem (vgl. dazu die entsprechenden Schwerpunkte in der Navigationsleiste).

Folgende übergeordnete Themen spielen bei der Analyse der Transformationsstrategien eine zentrale Rolle:

Suffizienzpolitik und neue Wohlstandsmaße

Neue Wohlstandsmodelle entwickeln sich in Form vielfältiger gesellschaftlicher Experimente als Bottom-Up-Prozess. Ihre Verbreitung wird dabei durch Randbedingungen gefördert, die die Verwirklichung entsprechender Arbeits- und Lebensentwürfe erleichtert. Die Analyse entsprechender Formen von "Suffizienzpolitik" (Schneidewind/Zahrnt) spielt eine wichtige Rolle in den Arbeiten des Wuppertal Institutes. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Entwicklung neuer Wohlstandsmaße jenseits der Messung von Wohlstand über das Bruttosozialprodukt. Sie schaffen ein Orientierungsmaß für einer "Entkopplung 2. Ordnung", d.h. der Entkopplung von Wohlstandszuwachs unter stagnierenden ökonomischen Randbedingungen.

Ausgewählte Literatur/Quellen:

Schneidewind, U./Zahrnt, A. (2013): Damit gutes Leben einfacher wird. Perspektiven einer Suffizienzpolitik. oekom, München 2013 (Link). Englische Ausgabe: Politics of Sufficiency. Making it easier to live the Good Live. Oekom, MÜnchen 2014 (Kostenloser Download).

Das Buch entwirft den vierdimensionalen Rahmen einer Suffizienzpolitik, die einen ressourcenarmen und beziehungsreichen Lebensstil einfacher macht. Es skizziert Rahmenbedingungen und Orientierungslinien für diese Politik, die Entflechtung, Entrümpelung, Entschleunigung und Entkommerzialisierung ermöglicht. Und es zeigt auf, was das konkret bedeutet: für Wohnen, Mobilität und Ernährung, für Arbeit, Bildung und Verbraucherschutz.

 
Schneidewind, U./Zahrnt, A. (2014): Politics of Sufficieny. The institutional framework
for a sufficiency driven economy, in: Ökologisches Wirtschaften (29), 3/2014, S. 30-33. (Download)

Der Beitrag liefert eine ökonomische Begründung sowie den Rahmen einer suffizienz-orientierten Politik.

Palzkill, A./Schneidewind, U. : Entrümplung, Entschleunigung, Entflechtung und Endkommerzialisierung: Suffizienz als Business Case, in: Ökologisches Wirtschaften, 1/2013, S. 23-24. (Link, Download des zugrundeliegenden Arbeitspapieres des Wuppertal Institutes)

Der Beitrag zeigt auf, wie Suffizienzstrategien Grundlage für die Geschäftsmodelle von Unternehmen sein können.

Systeminnovationen

Mit dem erweiterten Wohlstandsverständnis geht auch ein breiteres Innovationsverständnis einher. An die Seite von technologischen Innovationen treten soziale Innovationen (d.h. neue Lebensstilmuster, Organisationsmuster, Geschäftsmodelle). Aus der Verbindung von sozialen und technologischen Innovationen entstehen Systeminnovationen als Grundlage für umfassende gesellschaftliche Transformationsprozesse.

Ausgewählte Literatur/Quellen:

Schneidewind, U./Scheck, H. (2013): Die Stadt als "Reallabor" für Systeminnovationen, in: Rückert-John, J. (Hrsg.): Soziale Innovationen und Nachhaltigkeit. Springer VS, Wiesbaden 2013, S. 229-248 (Link/Download)

Der Beitrag führt das Konzept der Systeminnovation ein und zeigt auf, warum Städte ein privilegierter Ort für die Analyse von Systeminnovationen sind.

 
Schneidewind, U. (2012): Technik alleine bringt´s nicht. Ohne soziale Innovationen wird der Klimawandel nicht zu beherrschen sein, in: DIE ZEIT vom 05.01.2012, S. 25 (Link)

Der Beitrag zeigt die Bedeutung sozialer Innovationen für Nachhaltigkeit und die Beherrschung des Klimawandels auf.

Schneidewind, U.: „Embedded Technologies“ – Plädoyer für ein erweitertes Innovationsverständnis in: Exzellenz – Cluster-Magazin Nordrhein-Westfalen 4/2011, S. 14-15. (Download)

Der Beitrag zeigt auf, wie wichtig die Einbettung technologischer Innovationen in soziale Innovationen ist und warum "Systeminnovationen" eine Schlüsselbedeutung für die Innovationspolitik der Zukunft haben.

Transformative Literacy

Die Fähigkeit, komplexe Transformationsprozesse in ihrer technologischen, ökonomischen, institutionellen und kulturellen Dimension zu verstehen und aktiv zu beeinflussen bezeichnet das Wuppertal Institut als "Transformative Literacy". Moderne Gesellschaften stehen vor der Herausforderung, die unterschiedlichen Pole einer solchen Literacy gleichmäßig zu entwickeln.

Ausgewählte Literatur/Quellen:

Schneidewind, U. (2013): Transformative Literacy. Gesellschaftliche Veränderungsprozesse verstehen und gestalten, in: GAIA 22/2 (2013): S. 82– 86 (Download)

Der Beitrag führt in das Konzept der Transformativen Literacy ein und zeigt ihre technologische, ökonomische, institutionelle und kulturelle Dimension auf.

 

 

 

 

 

 

erweiterte Suche

Aktuelles

  • Informationen zum Doktorandenseminar im WS 2017/18
    Informationen zum Doktorandenseminar "Die große Transformation" erforschen - inhaltliche...[mehr]
  • Uwe Schneidewind erhält B.A.U.M.-Umweltpreis in der Kategorie Wissenschaft
    Prof. Dr. Uwe Schneidewind wurde am 06.06.2016 mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis 2016 in der Kategorie...[mehr]
  • Überarbeitete Homepage
    Zum 01.01.2015 wurde die Homepage der Professur erheblich erweitert. Beachten sie insbesondere die...[mehr]